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Design ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags und beeinflusst unsere Entscheidung beim Kauf von Kleidung, Möbeln, Technik und sogar Lebensmitteln mehr, als wir vielleicht bewusst wahrnehmen. Ob wir eine bestimmte Marke einer anderen vorziehen, für einen Artikel eine unvernünftig hohe Summe ausgeben, etwas als ästhetisch betrachten oder nicht und uns mit einem Gegenstand identifizieren können, dafür ist letztendlich zu einem großen Teil das jeweilige Design verantwortlich. Design bestimmt alle Facetten von Lifestyle. Modedesign wird oft mit der unverkennbaren Handschrift eines bestimmten Modehauses verbunden und lädt Kleidung, eine Tasche oder ein paar Schuhe mit der Bedeutung von Tradition und Status auf. Beim Möbeldesign verhält es sich ähnlich, denn längst ist ein Wohnaccessoire nicht mehr nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern muss ganz bestimmten Vorstellungen von Form und Ästhetik entsprechen.

Der Begriff Design bedeutet ursprünglich Entwurf oder Zeichnung und ist in Deutschland seit den 1960er Jahren geläufig. Vorher sprach man beim Industriedesign von industrieller Formgebung oder Produktgestaltung, sowohl in der Mode- als auch in der Möbelindustrie. Hersteller und Designer verbinden den Design-Begriff vor allem mit dem Prozess des Gestaltens und der Formgebung, egal ob bei Kleidung, einem Möbelstück oder einem Auto. Für uns Verbraucher ist das Design eines Produkts etwas, das es auszeichnet und für uns schöner und attraktiver macht als andere Produkte. Designer-Möbel sind für uns in ästhetischer und auch funktionaler Hinsicht wertvoller als normale Möbel. Mit dem Kauf und Besitz einer Designer-Handtasche oder eines Design-Möbelstücks beweisen wir uns und anderen, dass wir guten Geschmack haben und Wert auf Qualität legen. Wir geben mehr Geld für ein solches Produkt aus, weil wir davon überzeugt sind, eine Investition fürs Leben zu tätigen. Dieses Prinzip hat dazu geführt, dass sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Design-Klassiker aus allen Bereichen herausgebildet haben, die mittlerweile Kultstatus haben und zu Legenden geworden sind. Dazu gehört die Birkin Bag von Hermès ebenso wie der von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Barcelona Chair.

Designklassiker oder Klassik vs. Design?

Wir nehmen das Wort Designklassiker oder generell Klassiker oft in den Mund, doch was genau zeichnet einen Klassiker aus? Von einem Klassiker spricht man vor allem in der Literatur und der Musik. Es handelt sich dann meistens um ein Werk, dass eine ganz besondere Bedeutung für die Entwicklung dieser Künste hatte und so genial verfasst oder komponiert ist, dass es für alle Zeiten eine immer gleich viel bedeutende Gültigkeit hat. Jedoch ist es oft so abstrakt und auf einem künstlerisch so hohen Niveau, dass wir im Alltag kaum Zugang dazu finden und es eher aus der Ferne bewundern.

Wir sprechen auch in der Mode und bei Designer-Möbeln von Klassikern, obwohl diese sich perfekt in unseren Alltag eingliedern und ihn leichter und schöner machen. Hier kommt der Sinn von Design ins Spiel: Egal ob Technik-, Mode- und Möbeldesign, Design ist für Menschen gedacht und die Befriedigung all ihrer Bedürfnisse. Gegenstände sollen demnach in erster Linie die Funktion haben, uns den Alltag zu erleichtern und idealerweise dabei schön aussehen. Darin liegt auch der Unterschied von Design zu Kunst: Kunst genügt sich selbst, während Design immer in erster Linie eine Funktion erfüllen soll, um wertvoll zu sein. Dazu passt der berühmt gewordene Leitsatz des amerikanischen Architekten Louis Sullivan, form follows function. Einen Designklassiker in der Mode, im Home & Living und in vielen anderen Bereichen macht aus, dass er seine Funktion ideal erfüllt und dabei unseren höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht wird.

Design im Home & Living Bereich

Design im Home & Living Bereich beginnt wie auch Modedesign und allgemein Industriedesign erst in der Zeit Industrialisierung. Vor dieser Ära des technischen Fortschritts war jedes Kleidungsstück, jeder Tisch, jeder Alltagsgegenstand eine individuelle Maßanfertigung, die man beim Handwerker seines Vertrauens in Auftrag gab. Mit der Industrialisierung änderte sich dies drastisch: Die Massenproduktion und der unbekannte Geschmack der von jetzt an anonymen Kundschaft erforderten einen Gestalter für die Formgebung eines Prototyps. Diese Aufgabe fiel in den Anfängen der Designgeschichte oft Künstlern zu, da sie durch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Stilsicherheit überzeugten. Einer der Pioniere des industriellen Möbeldesigns war der Deutsche Michael Thonet, der ursprünglich Handwerker war und dessen Namen wir mit dem weltberühmten Thonet-Stuhl in Verbindung bringen.

Schnell ergab sich aus den Zwängen industrieller Massenproduktion, dem damit aufkommenden Kapitalismus und den dagegen stehenden künstlerischen Ansprüchen der Gestalter ein Konflikt. Daraus entstanden Bewegungen, die versuchten, industrielle Herstellung mit künstlerischem Ideal und Handwerkstradition zu vereinen. Die erste Designschule, das um 1920 von Walter Gropius gegründete Bauhaus, gründete auf den Ideen dieser Bewegungen und brachte weltberühmte Designer, Designer-Möbel und Designklassiker hervor, wie etwa Ludwig Mies van der Rohe und seinen Barcelona Chair. Seitdem und vor allem seit dem Ende des zweiten Weltkriegs haben Designer aus aller Welt geniale Meilensteine des industriellen Designs erschaffen und Möbel und Wohn-Accessoires entworfen, die in die Geschichte eingegangen sind und an denen wir uns bis heute erfreuen.

Designklassiker des Home & Living nach Epochen

In den Jahren von 1900 bis 1949 explodierten der technische Fortschritt und so auch die industrielle Möbelherstellung. Ikonische, absolut zeitlose Meilensteine der Geschichte des Möbeldesigns wurden in dieser Epoche geboren. Zu den Pionieren zählen Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe, Alvar Aalto, Frank Lloyd Wright, die Thonets, Gerrit T. Rietveld, Walter Gropius, Poul Henningsen und Wilhelm Wagenfeld. Ihnen haben wir Designklassiker wie die zeitlos schöne Bauhaus-Leuchte von Tecnolumen, den unverwechselbaren Barcelona-Chair von Knoll International, den legendären Stuhl ohne Hinterbeine, das Modell S 33 von Thonet, und die beeindruckende Pendelleuchte PH 5 von Louis Poulsen zu verdanken.

DesignDie 50er Jahre sind geprägt von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Nach der schweren Zeit des Krieges ist eine neue Leichtigkeit spürbar, die vor allem von den US-Designern Charles und Ray Eames und dem skandinavischen Designer Arne Jacobsen in deren Entwürfen aufgegriffen wird. Ikonen des Möbeldesigns dieser Zeit sind der Stapelstuhl aus Kunststoff, das Modell 3107 vom Hersteller Fritz Hansen, designet von Arne Jacobsen und einer der größten Designklassiker aller Zeiten, der Eames Chair von Vitra.

Die 60er Jahre sind das Jahrzehnt des Pop und das spiegelt sich auch in der Entwicklung des Möbeldesigns wieder: Knallige Farben, organische Formen und innovative Materialien wie Kunststoff dominieren das Design dieser Epoche. Die Lavalampe von E. Walker greift das Psychedelische dieses Jahrzehnts auf, der Verner-Panton Chair von Vitra, ganz aus Plastik gefertigt, die Castiglioni-Bogenleuchte von Arco und der Kugelsessel Ballchair sind wunderschöne Beispiele für geschwungene und organische Formen.

In den 70er Jahren wird das bunte, geschwungene und lebensfrohe Design der 60er Jahre fortgeführt. Ikonen dieses Jahrzehnts sind das Faltensofa Togo von Ligne Roset, designet von Michel Ducaroy, das rote Sofa in Lippenform und die Pendelleuchte Sonora mit Schirm in Halbmondform. Die 70er sind auch die Geburtsstunde von Ikea und ein weiterer All-time-classic, das Billy-Regal, erscheint erstmals auf der Bildfläche.

Das folgende Jahrzehnt bricht mit der bunten, runden Designwelt: Die 80er Jahre zeichnen sich durch cleanes, minimalistisches Design aus, schwarzes Leder, Glas und kühle Oberflächen sind omnipräsent. In dieser Zeit und verändert sich auch die Wahrnehmung von Design und Designern. Wohnaccessoires, Küchengeräte und Möbel werden zu Statussymbolen und Designer wie Popstars gefeiert. Dieses Jahrzehnt bringt Größen wie Philippe Starck und seine Designklassiker wie den neo-historischen Stuhl Peninsula hervor.

Im Jahrzehnt der 90er dominiert ein Mix von Naturmaterialien und cleanen Designs. Während die Arbeitswelt immer schneller und fordernder und durch den Computer revolutioniert wird, etabliert sich das Zuhause zum Rückzugsort und Nest, das Natürlichkeit ausstrahlen soll. Der Hersteller E15 bringt mit seinen Massivholzmöbeln, dem tausendfach kopierten Esstisch Bigfoot und dem innovativen Hocker Backenzahn, zwei Designikonen der 90er Jahre auf den Markt.

Auch wenn es immer schwieriger wird, innovatives Möbeldesign zu verwirklichen, gibt es auch im 21. Jahrhundert talentierte, junge Designer, die immer wieder Möbel und Wohnaccessoires mit Klassiker-Potential entwerfen. Merken Sie sich auf jeden Fall die Namen Erwan und Ronan Bouroullec, aber auch Konstantin Grcic und den Hersteller Muuto, deren Produkte sie wunderbar mit ihren altbewährten Designklassikern mischen können und von denen man mit Sicherheit auch in 50 Jahren noch sprechen wird!