Schwedische Küche

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an schwedisches Essen denken? Köttbullar oder Zimtschnecken? Gar nicht mal so schlecht, denn sie sind auf jeden Fall schwedische Spezialitäten. Doch die schwedische Küche bietet noch so viel mehr. Entdecken Sie mit uns die typischen und beliebten Speisen – Smaklig måltid (guten Appetit auf Schwedisch)!

Besondere Essgewohnheiten der Schweden

  • Smörsgasbord: Wenn die Schweden essen und zusammenkommen, dann lieben sie Hausmannskost und eine Auswahl typischer schwedischer Gerichte für das sogenannte Smörgasbord zusammenzustellen. Es ist wie eine Art Buffet, auf dem sich viele der oben stehenden schwedische Rezepte wiederfinden. Dabei wird eine bestimmte Reihenfolge eingehalten. Den Anfang machen Hering, Lachs oder auch andere Fischsorten. Danach geht es mit Aufschnitt weiter, es folgen warme Gerichte wie Köttbullar. Die klassischen Desserts werden als letztes verspeist. Für jeden Gang wird ein neuer Teller verwendet, der nicht zu vollgeladen werden sollte, da dies als unhöflich angesehen wird.
  • Fika: Kaffeetrinken hat in Schweden einen hohen Stellenwert und die Fika (Zeit zum Kaffeetrinken) ist ein fester Bestandteil des Tages. Häufig wird hier ein Gebäck dazu serviert wie zum Beispiel eine Zimtschnecke, die in diesem Zusammenhang auch als Fikabröd bezeichnet werden kann.
  • Verhalten als Gast: Die Schweden sind sehr gastfreundlich. Als Gast sollten Sie sich allerdings an die Bräuche halten. Dazu zählt, dass man vor dem Betreten der Wohnräume die Schuhe auszieht und vielleicht sogar ein kleines Gastgeschenk mitbringt. Seien Sie auch nicht überrascht, wenn Ihnen nur schwarzer Kaffee angeboten wird, tatsächlich trinken die meisten Schweden ihn so. Wenn der Aquavit auf den Tisch gestellt wird, halten Sie gerne Augenkontakt und trinken dann gleichzeitig mit den Gastgebern.

Essgewohnheiten hin oder her – was essen die Schweden in ihrem Alltag nun am liebsten? Wir haben alle Leibgerichte und Leckereien für Sie herausgesucht:

1. Kanelbullar

Starten wir direkt mit dieser Leckerei, an der kein Schweden-Urlauber vorbeikommt: Kanelbullar, also Zimtschnecken, sind auch bei den Einheimischen sehr beliebt. Ihnen ist sogar ein Gedenktag gewidmet: Am 4. Oktober feiert man den „Kanelbullens dag“. Klassischerweise handelt es sich um einen süßen Hefeteig in eingerollter Form mit ganz viel Zimt.

Kanelbullar

2. Surströmming

Diese Delikatesse ist zugegebenermaßen nicht für jeden Geschmack, denn im Grunde handelt es sich dabei um vergorenen Fisch. Dafür wird Hering mehrere Wochen in Salzlake eingelegt (wie viele schwedische Rezepte) und dann in Dosen verpackt, wo er weitergären kann. Ursprünglich, um ihn lange haltbar zu machen. Heute isst man Surströmming gerne mit Brot, Kartoffeln, Butter und rohen Zwiebeln. Übrigens: Bei einigen Airlines ist der Transport der Konserven verboten, wegen „Explosionsgefahr“ bei Unterdruck – jeder der den Geruch kennt, weiß, warum.

Leibgericht der Schweden

3. Blåbärssoppa

Die „Suppe“ aus Blaubeeren, Wasser, Zucker und Zimt ist ein beliebtes Dessert in Schweden, das sowohl warm als auch kalt serviert wird. Sie gilt als energiespendend, warum sie auch traditionell den Teilnehmern des Skilanglaufwettbewerbs „Wasalauf“ zur Stärkung angeboten wird.

4. Dammsugare

Süß, rund und grün: Die kleinen „Staubsauger“ sind schwedische Spezialitäten und über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Kleine Gebäckstücke mit Marzipanhülle, die hierzulande auch als Punschrolle bekannt sind.

5. Prinsesstårta

Ebenso grün und ebenso süß ist auch die Prinzessinnentorte, die meistverkaufte Torte Schwedens. Die Füllung aus Vanillecreme und Sahne auf einem hellen Kuchenboden, dazwischen eine Schicht Konfitüre. Das Rezept stammt von einer Lehrerin, die drei Prinzessinnen am schwedischen Königshaus unterrichtete, daher der Name.

6. Semla

Sieht aus wie dein kleiner Windbeutel, besteht aber aus einer Hefeteigkugel mit einer Füllung aus Mandelmasse und Schlagsahne. Semla wird traditionell vor dem Beginn der Fastenzeit gegessen.

Semla

7. Köttbullar

Keine Liste über schwedische Gerichte ohne Köttbullar. Falls Sie dachten, sie wären eine Erfindung vom großen Möbelhaus, dann weit gefehlt: Bereits im 18. Jahrhundert brachte König Karl Gustav XII aus dem Osmanischen Reich eine Art türkische Frikadellen mit nach Schweden. Der Rest ist Geschichte. Man isst die Fleischbällchen mit Kartoffeln oder Kartoffelpüree, Sahnesoße und Preiselbeeren.

8. Falukorv

Eine zumeist runde Wurst, ursprünglich aus der mittelschwedischen Stadt Falun. Der historische Hintergrund reicht bis ins 16. Jahrhundert: In der besagten Stadt gab es das größte Bergwerk des Landes, das einen großen Bedarf an Seilen aus Ochsenleder hatte. Dafür wurden die Tiere extra geschlachtet. Aus dem überschüssigen Fleisch wurden schließlich Würste hergestellt, die die Schweden bis heute essen.

9. Smörgåstårta

Wenn Sie hinter dem Namen eine süße Nachspeise erwarten, dann täuschen Sie sich. Es handelt sich eher um eine Butterbrottorte aus unterschiedlichen Schichten mit diversen Belägen: Mayonnaise, Gurken, Tomaten, Garnelen und Eier sind die klassischen Zutaten. Serviert wird die Smörgåstårta bei größeren Events wie Geburtstagen, zu Weihnachten oder Hochzeiten.

Schwedische Küche

10. Ostkaka

Noch ein Dessert, das Sie in vielen typisch schwedischen Restaurants auf der Karte finden werden. Der Käsekuchen aus Milch, Lab und Mehl stammt aus der Region Småland in Südschweden und wird mit Früchten, Konfitüre oder Sahne serviert.

Schwedischer Käsekuchen

11. Raggmunk

Die kleinen runden Pfannkuchen werden in Schweden vorzugsweise mittags oder abends gegessen, eher nicht zum Frühstück. Es handelt sich um knusprige Kartoffelpuffer mit herzhafter Garnitur aus Geschnetzeltem, gepökeltem Schweinefleisch oder Speck sowie Preiselbeermarmelade.

Schwedische Kartoffelpuffer

12. Smulpaj

Ein richtiger Sommerkuchen: Die flache Tarte kann mit Beeren und Früchten der Saison belegt werden und wird mit einer Schicht aus Butterstreuseln vollendet.

13. Knäckebröd

Last but not least ein echter Exportschlager aus Schweden. Das dünne, knackige Gebäck ist ein fester Bestandteil in vielen Haushalten. Leicht, vielseitig und haltbar. Es heißt, die Tradition geht bis auf das Jahr 500 n. Chr. zurück. Und noch heute wird es sogar von vielen Schweden selbst hergestellt.

Knäckebrot

Ursprünge der schwedischen Küche – Von den Wikingern bis heute

Ein Grund für die Tradition Lebensmittel einzulegen, zu Räuchern oder zu Trocknen ist vor allem der lange Winter. Schon in der Wikingerzeit entwickelte man allerlei Methoden, um die Speisen möglichst lange haltbar zu machen. Bis heute sind Fleisch oder Fisch in Salzlake oder fermentiertes Gemüse ein fester Bestandteil der schwedischen Küche. Vor allem im frostigen Winter im Norden des Landes wurden auch Backwaren haltbar gemacht, zum Beispiel durch das Trocknen (Knäckebrot).

Typisch schwedische Lebensmittel für die nordische Küche

Sie planen eine Reise nach Schweden? Hier eine kleine Liste mit Vokabeln zum Einkaufen:

  • Filmjölk: Joghurt, der häufig zu Müsli gegessen wird
  • Sill: eingelegter Hering z.B. in Senfsoße, Zwiebeln und Öl oder Sherry.
  • Lingon: Preiselbeeren
  • Cider: Apfel- oder Birnenwein

Das Skandinavien Fieber lässt Sie noch nicht ganz los? Keine Sorge, bei uns geht die Reise weiter! Lesen Sie sich gerne durch folgende Artikel: