Kräutergarten anlegen im Garten

Sie kochen gerne und möchten dabei nicht auf frische Kräuter verzichten? Oder wollen die Kraft von Heilkräutern für sich nutzen? Sie sehen, die Vorteile eines eigenen Kräutergartens liegen auf der Hand! Noch dazu sieht dieser in der Küche, auf dem Balkon und im Garten einfach super aus und verströmt einen lecker würzigen Duft. Das klingt perfekt? Dann nichts wie los! Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie am besten einen Kräutergarten anlegen, welche Sorten zusammen ins Beet passen und wie Sie die Pflanzen richtig pflegen. Viel Spaß beim Lesen!

Was gehört alles in einen Kräutergarten?

Sie duften köstlich, sind gesund und machen jedes Gericht noch viel leckerer: frische Kräuter! Am besten kommen die natürlich aus dem eigenen Garten bzw. vom Balkon oder der Küche. Gerade am Anfang fällt es bei der großen Auswahl verschiedener Sorten schwer, sich festzulegen. Wir haben Ihnen deshalb unsere fünf liebsten Kräuter vorgestellt:

Top 5: Das sind unsere Lieblingssorten für den Kräutergarten

  1. Petersilie: Petersilie ist einer der Klassiker unter den Küchenkräutern. Wenn Blätter vorhanden sind, können Sie diese sogar ganzjährig ernten. Praktisch! Salatkräuter wie Petersilie mögen am liebsten eine gehaltvolle und feuchte Erde. Geschmacklich passt sie super zu Kartoffeln, Fisch- und Quarkgerichten.
  2. Rosmarin: Ein Gewürzkraut, das Ihre Gerichte von Mai bis Oktoberbereichert. Eignet sich perfekt zum Verfeinern von mediterranen Speisen, Suppen und Pastagerichten.
  3. Basilikum: Ab Mai können Sie mit Ihrem frischen Basilikum selbstgemachtes Pesto zaubern. Oder Sie geben das Gewürz Ihrer Pastasauce bei. Wie die meisten südländischen Kräuter bevorzugt es dabei einen warmen Platz, allerdings nicht in der prallen Sonne.
  4. Kresse: Im Kräutergarten darf auch Kresse nicht fehlen: Denn die enthaltenen Senföle sorgen für den unverkennbaren, rettichähnlichen Geschmack. Als eines der sogenannten Microgreens gilt die Kresse zudem als sehr gesund. Die Pflänzchen wirken unter anderem antioxidativ und stärkt das Immunsystem!
  5. Thymian: Ideal für Fleischgerichte, Salate und Tomatengerichte! Außerdem wird das Heilkraut auch bei Hals- und Magenbeschwerden eingesetzt und besticht durch seinen würzigen Geschmack. Achtung: Als mediterranes Kraut braucht auch Thymian einen warmen und sonnigen Standort.

Einen heilenden Kräutergarten anlegen

Kräuter schmecken allerdings nicht nur gut, sondern können uns aus helfen! Was wofür gut ist, erfahren Sie hier:

PflanzeWirkung
KamilleHilft gegen Entzündungen und beruhigt den Magen
Salbei und ThymianWirken gegen Husten
ZitronenmelisseSie haben Stress? Zitronenmelisse wirkt entspannend.
RosmarinBringt den Kreislauf in Schwung
LavendelWirkt entzündungsvorbeugend, zum Beispiel in Form von Öl bei Stichen
Arnika- und RingelblumensalbeHelfen bei Verletzungen
KorianderWirkt gegen Entzündungen und Verdauungsprobleme

Kräutergarten anlegen: Das müssen Sie bei der Planung beachten

Natürlich spielt bei der Auswahl Ihrer Kräuter Ihr persönlicher Geschmack eine wichtige Rolle. Allerdings gibt es auch noch ein paar weitere Punkte, die Sie beachten sollten:

Die Sonneneinstrahlung beachten beim Kräutergarten anlegen

Die meisten Kräuterpflanzen lieben das Sonnenlicht, einige wenige Sorten präferieren jedoch den Halbschatten. Orientieren Sie sich dafür am besten an der Herkunft Ihrer Pflanzen: Mediterrane und holzigere Kräuterpflanzen wie Oregano, Thymian, Rosmarin oder Salbei bevorzugen direkte Sonneneinstrahlung. Grüne Küchenkräuter wie Dill, Petersilie, Zitronenmelisse oder Schnittlauch dürfen gerne an halbschattigeren Plätzen stehen. An wirklich schattigen Standorten wachsen allerdings wenige Kräuter – hier können Sie auf Bärlauch oder Waldmeister zurückgreifen.


Einjährige und mehrjährige Kräuter nicht mischen

Nicht nur bei den Anforderungen unterscheiden sich die Kräuter. Noch dazu gibt es sowohl einjährige als auch mehrjährige Sorten, die Sie nicht in einem Beet oder Topf mischen sollten. Hier ein Überblick:

  • Einjährige: Basilikum, Borretsch, Brunnenkresse, Dill, Koriander, Majoran, Rosmarin und Rucola
  • Mehrjährige: Bärlauch, Estragon, Fenchel, Petersilie, Minze, Oregano, Salbei, Schnittlauch, Thymian, Zitronengras und Zitronenmelisse

Die richtige Erde für Kräuter finden

Welche Erde ist perfekt für einen Kräutergarten? Das lässt sich so einfach nicht beantworten. Denn säen Sie selbst Kräutersamen, sollten Sie durchlässige Anzuchterde statt herkömmlicher Blumenerde verwenden. Kaufen Sie hingegen eine bereits gewachsene Kräuterpflanze, siedeln Sie diese mit spezieller Kräutererde in einen anderen Topf um. Diese Kräutererde ist nämlich weniger gedüngt und verfügt über einen niedrigeren Lehmgehalt. Trocken, durchlässig und sandig sollte die Erde hingegen für mediterrane Exemplare wie Rosmarin, Salbei und Thymian sein.

Mischkultur: Welche Kräuter passen im Beet gut zusammen?

Sie haben sich für mehrjährige oder einjährige Sorten entschieden? Sehr gut! Dann sollten Sie sich nun über die richtigen Beetnachbarn Gedanken machen. Denn auch innerhalb der einzelnen Gruppen gibt es Sorten, die besser und schlechter zusammenpassen.

So sind beispielsweise Petersilie und Minze eher schlechte Nachbarn. Manche Kräuter wie Zitronengras oder Minze brauchen zudem sehr viel Platz. Deshalb sollten Sie sie besser ganz alleine einpflanzen! Diese Kombinationen können wir Ihnen hingegen empfehlen:

  • Oregano mit Salbei oder Basilikum
  • Petersilie mit Schnittlauch
  • Zitronenmelisse mit Estragon, Salbei, Schnittlauch oder Thymian
  • Rosmarin mit Basilikum
  • Estragon mit Fenchel

Extra-Tipp: Oft ist es für auch vorteilhaft, Gemüse mit Kräutern zu kombinieren. Jede Menge Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Gemüsegarten anlegen.

Küche, Balkon oder Garten: Wo können Sie einen Kräutergarten anlegen?

Wir haben es schon angedeutet: Kräuter sind echte Allrounder! Die Pflanzen können Sie nämlich nicht nur im Garten anlegen, sondern auch auf Terrasse und Balkon. Damit eignen sie sich im Sinne des Urban Gardenings perfekt für alle, die nur wenig Platz zur Verfügung haben. Welche verschiedenen Arten an Kräuterbeeten es gibt und wie Sie sogar in Ihrer Küche Kräuter anbauen können, erfahren Sie nun:


Kräuterspirale

Ein echter Hingucker für jeden Garten! Kräuterspiralen schaffen besonders viel Platz für die unterschiedlichsten Kräuter. Hier finden auch alle ihren idealen Standort – von trocken bis feucht, mager bis humos, sonnig bis halbschattig. Die Form der Kräuterspirale gleicht einem Schneckenhaus – die Steine sind nämlich spiralförmig angelegt und zur Mitte hin immer höher geschichtet.


Hochbeet

Egal ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon, ein Hochbeet bietet Ihren Kräutern ideale Bedingungen. Besonders mediterrane Sorten freuen sich hier über die etwas wärmere Erde im Inneren. Sie haben noch kein Hochbeet? Dann sollten Sie sich das jetzt unbedingt selber bauen – mit unserer einfachen Anleitung!


Indoor

Frische Kräuter von der Fensterbank – auch das geht! Gut geeignet sind beispielsweise Dill, Kresse oder Thymian. Achten Sie einfach auf einen möglichst sonnigen Standort. Unter der Fensterbank sollte sich jedoch keine Heizung befinden. Außerdem sollten Sie ausreichend große und hochwertige Pflanztöpfe auswählen, beispielsweise aus Terracotta.


Balkon

Auch auf kleinem Raum lassen sich jede Menge Kräuter anbauen. Dabei sollten Sie aber beachten, dass Sie die Pflanzen etwas öfter gießen müssen. Besonders platzsparend ist hier auch eine vertikale Pflanzenwand, bei der Sie zum Beispiel Töpfe mit Kräutern übereinander anbringen. Weitere Tipps zum Balkon bepflanzen finden Sie übrigens in unserem Video:

Anleitung: So gelingt das Kräutergarten anlegen in 5 Schritten

  1. Standort festlegen

    Entscheiden Sie sich zunächst, wo Sie Ihr Kräuterbeet anlegen wollen. Je nach Sonneneinstrahlung empfehlen wir Ihnen unterschiedliche Sorten.

  2. Kräuter auswählen

    Überlegen Sie, welche Kräuter Sie gerne in der Küche verwenden. Unterscheiden Sie bei Ihrer Wahl zwischen einjährigen und mehrjährigen Kräutern – diese sollten separat gepflanzt werden, da sie unterschiedliche Wassermengen benötigen. Sie können auch Küchenkräuter mit Gemüse und anderem Essbaren kombinieren.

  3. Boden vorbereiten

    Schwere, fette Böden sind für Kräuter nicht geeignet. Graben Sie den Boden gründlich um und lockern Sie ihn mit Sand auf.

  4. Einpflanzen

    Einjährige und mehrjährige Kräuter unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Aussaat. Denn einjährige Kräuter werden als Samen ab Mitte Mai ausgebracht. Schützen Sie die Aussaat in den ersten Tagen mit etwas Gartenvlies, das Sie darauf platzieren. Mehrjährige Kräuter werden hingegen im September im Kräutergarten ausgesät. Düngen Sie Ihre Kräuterpflanzen mit Kompost einmal im Frühjahr und verzichten Sie auf ein chemisches Düngemittel. Denn dieses kann den Geschmack der Kräuter nachteilig verändern.

  5. Kräuter pflegen

    Informieren Sie sich über die einzelnen Kräutersorten und deren benötigte Wassermenge. Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie benötigen beispielsweise viel Wasser. Gießen Sie Ihre Kräuter nur morgens und abends – täten Sie dies in der starken Mittagssonne, könnten ihre Blätter dabei verbrennen. Gießen Sie zudem mit frischem, kalkarmem Wasser!

Extra-Tipp zum Kräutergarten anlegen: Niedrige Kräuter an den Rand, mittelhohe Pflanzen in die Mitte und hohe Kräuter nach hinten! Nicht winterharte Kräuter sollten Sie in Töpfen kultivieren.

DIY: Hängender Kräutergarten – platzsparend für Küche, Balkon & Co!

Jahreszeiten, Unkraut und Co. – Pflegehinweise zum Kräutergarten anlegen

Für jeden Hobbykoch ein Muss: Einen eigenen Kräutergarten anlegen. Ob Sie mit ihren Blättern Gerichte verfeinern, von deren Heilkraft oder den aromatischen Gerüchen profitieren – mit unseren Tipps wächst und gedeiht Ihr Kräuterbeet!

  • Mit den Jahreszeiten gehen: Pflanzen Sie den Samen einjähriger Kräuter im Frühling, mehrjähriger Kräuter im Herbst ein. Kaufen Sie mehrjährige Kräuter bereits als ausgewachsene Pflanzen, können Sie diese im Frühjahr in Ihr Kräuterbeet eingliedern. Bei uns finden Sie deshalb auch Tipps zum richtigen Zeitpunkt der Aussaat!
  • Keine Schadstoffe: Ihr Kräutergarten sollte nicht direkt an der Straße liegen. Düngen Sie Ihre Schützlinge zudem nur mit Pflanzennahrung (Bio-Dünger), nicht jedoch mit chemischen Düngern! Auch synthetische Herbizide, Insektizide oder Fungizide sollten Sie besser vermeiden. Wenn sich Schädlinge breit machen, die Kräuter lieber immer wieder kräftig mit Wasser abspritzen.
  • Kampf dem Unkraut: Verhindern Sie Unkrautbildung mit einem Trick! Decken Sie die Erde um Ihre Pflanze dazu mit einer Schicht aus Tonscherben oder Kies ab, nicht aber mit Rindenmulch. Achten Sie dabei darauf, dass die Mulchschicht nur so hoch wird, dass die Pflanzen darunter noch atmen können.
  • Die Ernte: Pflücken Sie Blätter und Triebspitzen nur vormittags bei trockenem Wetter. Dann ist nämlich der Anteil an ätherischen Ölen am höchsten. Petersilie sollten Sie zudem von außen nach innen ernten, um das Herzblatt zu schützen. Melisse und Liebstöckel hingegen pflücken Sie am besten bereits kurz nach dem Austrieb.

Lese-Tipps: Mehr Infos zur Gartengestaltung finden Sie in unserer Rubrik dazu. Und klicken Sie doch auch in unseren Artikel zum Urban Gardening!