Keller

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Ein Keller ist meist ein unterschätzter Raum. Es stimmt zwar, dass die Gefahr dafür, dass aus dem Keller ein vollgestellter und nur manchmal wirklich sauberer Raum wird, nicht ganz unerheblich ist, aber trotzdem gilt, dass man mit guter Architektur und geschickter Inneneinrichtung diesem Raum einen ganz besonderen Zauber entlocken kann.

Der Keller wurde schon immer für wichtige Arbeiten und für Vorräte im Haus genutzt, und heutzutage, wo Kochen, Einmachen, Aufbewahren und DIY so viel begeisterte Anhänger haben sind die Vorratskeller, Waschküchen und Haushaltsräume wieder auf dem Vormarsch und werden liebevoll gestaltet.

Keller bauen

Doch zuerst muss man natürlich einen Keller haben. Wer ein Haus baut, trägt sich oft lange mit der Entscheidung, ob ein Keller gebaut werden soll oder nicht. Keller-Bau ist teuer und die Kosten können nie vollständig kalkuliert werden, denn die Arbeiten im Boden und am Fundament sind die schwierigsten und unvorhersehbarsten beim ganzen Bau-Prozess. Wird Grundwasser einfließen, verändert sich die Bodenbeschaffenheit, wenn man tiefer geht, gibt es eventuell Löcher im Boden, oder sogar archäologische Funde? All diese Dinge sind schon vorgekommen und haben so manchen Hausbau um Monate oder gar Jahre verzögert oder sogar ganz zum Stillstand gebracht.

Trotzdem sind die Vorteile eines Kellers nicht abzustreiten und nicht immer passieren unvorhersehbare Katastrophen. Gerade alle, die wenig Grundstück zur Verfügung haben können auf einen Keller nicht verzichten.

Keller abdichten

Der größte Feind für den Keller ist ohne Frage das Wasser. Die Feuchtigkeit, die die Erde speichert, ist verantwortlich dafür, dass Keller früher muffig, feucht und kalt waren. Aber zusammen mit der aufsteigenden Besorgnis um die globale Erwärmung hat die Architektur sich erstaunlich weiterentwickelt, und kennt mittlerweile Isolierungen, die absolut zuverlässig sind und einen Keller genauso warm und trocken machen, wie man es sich nur wünschen kann. Bitumen oder Teer können mit modernen Beton-Weiterentwicklungen und Kunststoffen nicht mehr mithalten.

Eine große Neuentwicklung brachte der Trend der sogenannten Earthships – besonders umweltfreundliche Häuser, die zu großen Teilen im Boden liegen oder mit ihm verschmolzen sind. Earthship Biotecture heißt die Firma in New Mexico, die diese faszinierenden Häuser baut. Im Zuge der Entwicklung wurden zahlreiche experimentelle und aufregende Möglichkeiten gefunden, gemütlich zu wohnen, auch wenn Tonnen von Erde den eigenen Wohnraum umgeben.

Keller ausbauen

Wer seinen Keller ausbauen will, hat bereits erkannt, dass aus dem muffigen Monster eine strahlende Schönheit werden kann. Da Feuchtigkeit, Kälte und Dunkelheit die schlimmsten Greuel sind, kann man ihnen mit Abdichtung, Isolierung und Lichtquellen hervorragend begegnen. Die Abdichtung lässt sich auch nachträglich noch einfügen, zum Beispiel mit einem Kunststoff-Gel, das durch die Wände gespritzt wird! Die Isolierung dürfte auch keine größeren Probleme bereiten, schließlich gibt es auch hier fantastisches Material, das wenig Platz wegnimmt, aber wunderbar warm hält. Zusätzliches Licht ist für die meisten Keller-Herren die größte Hürde. Wer keine Möglichkeit hat ein Oberlicht einzubauen, kann vielleicht Lichtschächte außen neben dem Keller graben und durch ein Kellerfenster in den Keller leiten.

Keller aufräumen

Aber für viele Keller-Besitzer gibt es fast noch ein größeres Hindernis: Die Unmengen an gelagerten Besitztümern, die sich über den Lauf der Zeit im Keller angesammelt haben. Beim Keller-Bau ist das Problem vielleicht noch nicht da, aber spätestens, wenn man einige Zeit genügend Stauraum hatte, ist er auch voll! Und das ist leider die harte Wahrheit: Je mehr Stauraum man hat, desto mehr Dinge müssen unbedingt aufbewahrt werden. Hätte man sein ganzes Leben auf weniger Raum gelebt, hätte man all diese Dinge nie angeschafft und sich mit ihrem Besitz belastet.

Der ultimative Aufräum-Tipp: Man besorgt sich kleine Farbsticker und hat möglichst ein Jahr Zeit. In diesem Jahr klebt man auf alle Keller-Utensilien, die man in dieser Zeit verwendet hatte, einen Punkt. Alles, was nicht verwendet wurde, kommt ohne Kompromisse nach diesem Jahr weg. Wer kein Jahr Zeit hat, macht dasselbe auf eben eine Jahreszeit verteilt. Das sollte 90% ihres Keller-Problems lösen!

Keller als Wohnraum

Wenn der Keller endlich warm, trocken, hell und sauber ist, kommt die schöne Phase: Den Keller einrichten. Egal, ob als Weinkeller mit Weinregal, Natursteinwand und Platz für die Verkostung, als Wäscheküche im nostalgischen Shabby Chic oder Vorratsraum mit einem robusten Kellerregal aus Holz für Tonnen an selbst eingemachter Marmelade und getrockneten Kräutern: Ein schöner Keller kann etwas wundervolles sein.

Viele bauen den Keller jedoch deshalb um, weil zusätzlicher Wohnraum her muss. Dann kann man, anstatt das Keller-Dasein zu verleugnen, eine Tugend aus der Not machen und den eigentümlich heimeligen Charme dieser geschützten Zimmer mit warmen Farben, Stein, Holz und robusten Möbeln so richtig betonen!