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Dein WestwingStreetwear-Guide

Streetwear bezeichnet einen Teil einer Jugendkultur, die ihre Wurzeln in der 1980 aufkommenden Hip Hop-Szene hat, einen Überbegriff für alle Arten von urbanen und jugendlichen Freizeit-Modestilen und auch ein Marketing-Buzzword, das von Brands gezielt eingesetzt wird, um junge Konsumenten anzusprechen.

Streetwear ist aber auch ein Lebensgefühl, das den Zeitgeist und die Identität von Großstädten und ihren jungen, Lifestyle-affinen Bewohnern wiederspiegelt. Dieses Gefühl wird seit einigen Jahren auf Streetstyle-Blogs eingefangen, die das Leben und den Stil von Großstädtern auf der ganzen Welt porträtieren.

Streetwear: Aus der Bronx in die Kommerzialisierung

Streetwear war und ist bis heute neben Musik das wichtigste Ausdrucksmittel von Anhängern der Hip Hop-Kultur. Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Streetwear waren die Umstände im Zentrum der Entstehung des Hip Hop, dem sozialen Brennpunkt Bronx. Das Verlangen der Bewohner, sich vom Disco Trend der 1970er Jahre abzugrenzen und eine individuelle Ausdrucksform für sich zu schaffen, war maßgebend für das Aufkommen dieses Modestils, genauso wie praktische Faktoren, etwa dass die Kleidung beim Ausüben von Breakdance gut getragen werden konnte.

Baggy Pants, weite Jeans und Hosen, T-Shirts in Übergrößen, Basketball-Shorts und Sneakers zeichnen ein typisches Streetwear-Outfit aus. Dazu kommen Baseball-Caps, ostentativer Goldschmuck und ein starkes Markenbewusstsein. Letzteres lernten Hersteller schnell für sich zu nutzen, so dass es bereits in den 80er Jahren Sponsoren-Kampagnen gab, in der Hip Hop-Größen von Markenherstellern ausgestattet wurden, wie etwa Run DMC von Adidas.

Heute wird der Begriff Streetwear von vielen Herstellern vor allem zu Marketing-Zwecken genutzt, auch wenn diese vermeintlichen Streetwear-Kollektionen mit den Modephänomenen der aufkommenden Hip Hop-Kultur nicht viel gemeinsam haben. Trotzdem ist es ein wirkungsvolles Mittel, vor allem junge Konsumenten anzusprechen, da diese sich mit der Idee der Abgrenzung und der Urbanität, die Streetwear beinhaltet, identifizieren.

Streetwear und Streetstyle-Blogs

Was Pioniere der Streetstyle-Fotografie wie Tommy Ton von Jak and Jil und Scott Schumann von The Sartorialist vor ein paar Jahren begannen, hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet und ist mittlerweile in allen Metropolen der Welt angekommen – die Rede ist von Streetstyle-Blogs, auf denen spontan auf der Straße aufgenommene Fotografien von Großstadtbewohnern den individuellen Modestil der Stadt porträtieren. Die Idee hinter der Fotografie dieser Art von Streetwear waren anfangs, authentische und nicht inszenierte Stil-Momente von ganz normalen Leuten einzufangen, die inspirieren und einen für Paris, New York, London, Stockholm oder Berlin typischen Look zeigen sollen, um von einer neuen Perspektive aus die Identität einer Stadt zu entdecken und zu definieren.

Im Lauf der letzten Jahre jedoch hat Streetwear in diesem Zusammenhang einiges an Spontanität, Individualismus und Authentizität verloren, denn viele Streetstyle-Fotos werden nur noch mit Models oder Moderedakteuren als Motiven an Ausgängen von Fashion Shows während der Fashion Weeks geschossen. Somit wird nur noch ein sehr eingeschränktes Bild der modischen Identität einer Stadt vermittelt und im Vordergrund steht es eher, bestimmte angesagt Marken noch mehr zu promoten und auch den aktuellen Mainstream-Geschmack zu bedienen, um viele Besucher auf den eigenen Streetstyle-Blog zu locken. Nichtsdestotrotz zeugen auch diese Streetstyle-Fotos vom Know-how vieler Fotografen, strahlen eine ganz bestimmte Stimmung aus und können dadurch sehr inspirierend sein.

Streetwear im eigenen Alltag

Für viele von uns ist Streetwear längst nicht mehr ein soziales Statement, eine Form der Abgrenzung und schon gar nicht eine Art von Verkleidung. Die meisten, die gerne Streetwear tragen, entscheiden sich dafür, weil es zu ihren modischen Präferenzen und ihrem eigenen Stil passt. Wer sich in enger, konservativer oder offizieller, bürotauglicher Kleidung unwohl fühlt, schätzt die weiten, lässigen Schnitte von Streetwear und drückt aus, eine weltoffene und entspannte Lebenseinstellung zu haben und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, ganz ohne dabei gleichgültig zu sein oder sein eigenes Leben nicht im Griff zu haben.

Streetwear ist Ausdruck von Urbanität und symbolisiert ein modernes Leben in einer Umgebung, wo Dinge passieren, spannende Änderungen jeden Tag zu Gange sind und viele unterschiedliche Kulturen sich Tag für Tag gegenseitig beeinflussen und bereichern. Streetwear ist nicht nur eine Art, sich zu kleiden, sondern ein Lebensgefühl und passt zu jedem, der das reale, wahre Leben, wie es sich auf der Straße abspielt, liebt und das auch zeigen möchte! Ob Sie sich nur für besonders lässige Jeans entscheiden, für besondere Schuhe oder ob Sie Caps und Shirts bestimmter Marken tragen, ist eigentlich egal, solange Sie die Streeetwear leben und sich rundum wohlfühlen.