Verner Panton ist der Designer der psychedelischen 60ies. Mit seiner Vorliebe für Orange, Rot und Violett, mit seiner Begeisterung für die unendlichen Möglichkeiten des Plastiks und seinen Visionen von unkonventionellem Wohnen machte er die 1960er Jahre mit zu der stylischen und verehrten Epoche, die sie auch heute noch sind.


„Es scheint mir einfacher, in einem ganz roten Zimmer zu wohnen, als in einem gewöhnlichen Raum mit 20 – 30 verschiedenen Farben, kombiniert mit 60 – 70 % Weiß.“ – Verner Panton

Verner Panton: Leben

Verner Panton wurde 1926 in Dänemark geboren. Seine Eltern besitzen einen Gasthof, den er später revolutionär neu designen und ihn mit einem seiner wichtigsten Entwürfe füllen wird: Dem Cone Chair.

Nach seinem Militärdienst studiert Verner Panton zunächst an der Technischen Hochschule in Odense und schließlich Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen, die schon Arne Jacobsen besuchte, und in dessen Büro er nach seinem Abschluss 1951 arbeitete.

Doch sein Freigeist hielt ihn nicht lange dort und schon 1952 beendete Verner Panton seine Arbeit bei Arne Jacobsen, um in einem umgebauten VW Van Europa zu bereisen, wo er sich mit Design auseinandersetzte und es lieben lernte.

1955 kam als Ergebnis seiner Studien der Bachelor Chair bei Fritz Hansen heraus, sein erstes Industriedesign.

Verner Panton widmete sich auch der Innenarchitektur, und der Umbau des Gasthofs seiner Eltern 1958, inklusive dem Entwurf des Cone Chairs, war sein erster Durchbruch.

1960 entwirft Verner Panton das erste aufblasbare Möbelstück der Geschichte aus transparentem Kunststoff.

1963 zieht Verner Panton nach Basel, um eng mit dem Hersteller exklusiver Designermöbel Vitra zusammen zu arbeiten.

1967 bringt Vitra schließlich Verner Pantons wichtigstes Stück, den Panton Chair, auf den Markt. Verner Panton hatte ihn bereits 1960 entworfen, aber die Hersteller schreckten vor dem experimentellen Design zurück. Der Entwurf wurde 15 Mal überall in Europa abgewiesen.

1968 erlangt Verner Panton weltweite Berühmtheit für das Design der Kantine des Spiegel-Verlags. Das Gesamtkunstwerk samt 3D-Rauminstallationen und psychedelischen Mustern und Farben ist heute im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt.

1970 versucht Verner Panton mit der Einrichtung der Visiona 2 Austellung für den Bayer-Pharmakonzern unsere Vorstellung vom horizontalen und vorherbestimmten Wohnen sprichwörtlich auf den Kopf zu stellen. Er hat damit den Höhepunkt seiner gestalterischen Visionen erreicht.

In den 70er Jahren drückten die Sorgen um das Öl die Popularität von Plastikmobiliar enorm. Für Verner Panton, der dem Kunststoffmobiliar der 60er seine Form gegeben hatte, bedeutete das einen Niedergang. Trotzdem blieb er in kleinerem Rahmen weiter tätig und erhielt nach wie vor Auszeichnungen und Preise.

Erst in den 90er Jahren steig sein Stern wieder auf, vor allem als die Vogue Kate Moss 1995 mit einem seiner Stühle ablichtete.

1998 verstarb Verner Panton unerwartet, kurz nachdem er vom Dänischen Königshaus den Ritterorden erhalten hatte, und kurz vor der Eröffnung einer Retrospektive seines Lebenswerks im Trapholt Museum in Kolding.

Verner Panton: Werk

Verner Panton war ein Visionär, der wollte, dass wir mit den gängigen Vorstellungen über das Wohnen aufräumen. Seine Vorstellung von der Zukunft war ein egalitäres Miteinander, mit viel Spaß und Menschlichkeit. Quer durch alle Schichten und Generationen zusammenleben und quer durch den Raum und die Farben zusammen wohnen. Seine Entwürfe von Häusern aus Plastik sind leider bis zum heutigen Tag nicht realisiert worden.

Trotzdem wäre all die kreative Energie Verner Pantons eventuell verloren gegangen, wenn nicht seine Frau Marianne das Management seiner Ideen und Projekte übernommen hätte. Sie war die rationale und zielorientierte von den beiden. Marianne und Verner Panton haben den Traum gelebt, den Verner Panton mit seinen Inneneinrichtungen auch anderen Menschen zukommen lassen wollte: Zusammen und gleichberechtigt mit Respekt für den jeweils anderen leben, arbeiten und wohnen, sich ergänzen, miteinander wohlfühlen und Spaß haben. Und sich auf keinen Fall von Konventionen dabei einschränken lassen.

Verner Panton: Most Loved

Da Verner Panton sich trotz seiner architektonischen Anfänge ganz dem Interior Design zugewandt hat, ist die Reihe seiner neuartigen und aufregenden Entwürfe lang. Trotzdem haben wir für Sie unsere Most Loved herausgesucht:

• Der Cone Chair, der 1958 bei Vitra herauskam, stammte aus der Austattung des Gasthofes seiner Eltern und erinnert an eine Eiswaffel.

• Die Moon Lamp, die 1960 bei Verpan in Dänemark erschien, ist heute ein Stück Designgeschichte. Zahlreiche bewegliche, ineinander ruhende, runde Lamellen ergeben eine Lampe mit diffusem Licht und spielerischer Qualität.

• Der erst 1967 produzierte Panton Chair ist ein Meilenstein auf dem Weg der Entdeckung und Nutzung der neuen Kunststoffe. Besonders die Kinderedition begeistert durch ihre Farben, ihre Unkompliziertheit und ihre verspielte Leichtigkeit.

• Der Living Tower von 1969 exemplifiziert Panton’s Vorstellung von einem anderen Wohnen. Herman Miller hat sich schließlich gewagt, die organische Schaumgummi-Struktur auf den Markt zu bringen, heute gibt es die „Wohnwabe“ als Reedition bei Vitra.

• Die Flower Pot Lamp, die 1970 bei &Tradition erschien, sieht wie ein umgekehrter Blumentopf aus, aus dem farbiges Licht erblüht.

Verner Panton hat die Welt ein Stück bunter gemacht und dem modernen Design etwas von seiner Strenge geraubt. Wenn man sieht, wie viel Spaß, Spiel und Optimismus seine Kreationen enthalten, fragt man sich, warum es eigentlich nicht mehr davon in unser alltägliches Wohnen geschafft hat.

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