Tomatenhaus einfach selber bauen

So ein Gemüsegarten ist doch etwas Herrliches! Was darin auf gar keinen Fall fehlen darf: Tomaten! Denn die sind unser absolutes Lieblingsgemüse. Klar, denn immerhin lassen sich die runden Früchte besonders vielseitig verarbeiten und schmecken noch dazu super lecker. Damit könnte alles so schön sein – aber leider wird das Gemüse nur allzu gerne von der sogenannten Braunfäule befallen. Um pralle Früchte zu ernten, ist ein Tomatenhaus deshalb ein echtes Muss. Darin bleiben die Pflanzen gesund und munter und liefern uns für lange Zeit eine leckere Ernte. Wir verraten Ihnen daher in dieser Anleitung, wie Sie Ihr Tomatenhaus ganz einfach und mit wenig Material selber bauen. Viel Spaß beim Nachmachen!

Vorteile gegenüber dem Gewächshaus: Deshalb sollten Sie ein Tomatenhaus bauen!

Tomatenhaus, Foliengewächshaus oder Tomatengewächshaus – was denn nun? Um Tomaten im heimischen Garten zu züchten, sollten die Pflanzen in einer geeigneten Umgebung untergebracht sein. Hierfür bietet sich – der Name lässt es schon vermuten – das Tomatenhaus an. Das liegt an den folgenden vier Vorteilen:

  1. Sonne und Wärme garantiert: Egal ob gekauft oder als DIY-Projekt, Tomatenhäuser bieten dem sensiblen Gemüse nicht nur ein sonnig-warmes Plätzchen, sondern rundum optimale Wachstumsbedingungen!
  2. Trockene Luft dank Wind: Gleichzeitig ist es wichtig, dass innerhalb der Konstruktion ständig ein leichtes Lüftchen weht. Denn bei zu hoher Luftfeuchtigkeit keimen Erreger der Kraut- und Braunfäule – der Feind unserer Tomaten! Das Tomatenhaus ist deshalb auch an mindestens einer Seite offen und sorgt so für reichlich Durchzug.
  3. Schutz vor Regen und Hagel: Die Tomaten sind zudem bestens vor Regen sowie Gewitterböen geschützt! Die zarten Pflanzen mögen es nämlich nicht, wenn sie zu viel Wasser auf einmal abbekommen.
  4. Schutz vor Hitze: Im Tomatenhaus halten sich die Temperaturen das ganze Jahr über stabil unter 35 Grad. In einem klassischen Gewächshaus kann es vor allem im Hochsommer zu starker Hitze kommen, was oftmals zu Fehlbildungen bei Tomaten führt – und darauf verzichten wir sehr gerne!

Extra-Tipp: Wussten Sie, dass Sie Ihre Tomatenpflanzen schon ab Februar drinnen vorziehen können? Weitere Tipps für den perfekten Pflanzzeitpunkt finden Sie in unserem Artikel zum Aussaatkalender!

DIY-Projekt: Lieber ein Tomatenhaus oder Tomatendach bauen?

Vielleicht haben Sie auch hiervon schon mal gehört: Neben dem Tomatenhaus gibt es nämlich auch noch das sogenannte Tomatendach. Grundsätzlich eignen sich beide Varianten sehr gut, um Tomaten im Garten anzupflanzen. Das Tomatendach unterscheidet sich vom Tomatenhaus lediglich durch die offenen Seiten.

Ansonsten schützt auch die simple Bauweise die empfindlichen Tomatenpflanzen gut vor starkem Regen sowie Hagel. Sollten die Pflanzen vom Starkregen doch einmal nass werden, trocknen sie durch den Luftstrom sehr schnell. Diese Eigenschaft ist essenziell, um dem Gemüse einen optimalen Schutz vor typischen Pflanzenkrankheiten zu bieten.

Material und Werkzeuge: Das brauchen Sie zum Tomatenhaus bauen

Stabiles Tomatenhaus selber bauen

Im Folgenden finden Sie eine übersichtliche Auflistung, was Sie alles an Werkzeug und Materialien für ein DIY-Tomatenhaus mit etwa zwei Quadratmetern Grundfläche benötigen. Je nach Tomatenart lassen sich hier dann bequem bis zu fünf Pflanzen anbauen. Falls Sie keine Wellplatten verwenden wollen, können Sie übrigens auch auf Gewächshausfolie zurückgreifen!

DIY Tomatenhaus bauen einfache Anleitung

Was Sie für das DIY-Tomatenhaus benötigen:

  • Vier Kanthölzer (je 9 x 9 x 200 cm)
  • Zwei Kanthölzer (je 9 x 9 x 250 cm)
  • Zwei Kanthölzer (je 3,8 x 5,8 x 85 cm)
  • Vier Kanthölzer (je 3,8 x 58 x 80 cm)
  • Vier passende Bodeneinschlaghülsen für die Pfosten
  • Wellplatten aus PVC
  • Mindestens 12 Winkelverbinder
  • Geeignete Schrauben (rostfrei und idealerweise selbstschneidend)
  • Akkubohrer
  • Wasserwaage
  • Winkelschneider
  • Säge
  • Stift

Schritt für Schritt-Anleitung: So bauen Sie Ihr eigenes Tomatenhaus

Alle Utensilien zusammen? Dann kann es ja losgehen! Wir erklären Ihnen nun, wie Sie ganz einfach Ihr eigenes Tomatenhaus mit einem Dach und zwei geschlossenen Seiten bauen. Wer zusätzlich noch eine Rückwand einbauen will, kann das aber natürlich gerne tun. Dafür brauchen Sie dann lediglich noch weitere Wellplatten. Mehr Seiten sollten Sie jedoch nicht verschließen, da sonst die Luftzirkulation im Inneren nicht mehr so gut funktioniert.

1. Schritt: Bodeneinschlaghülsen einsetzen

Tomatenhaus selber bauen mit Anleitung und Grafiken

Beginnen wir mit dem Bau des Tomatenhauses! Dazu müssen Sie zunächst den Platz festlegen, an dem Sie Ihr Projekt aufstellen wollen. Am besten eignet sich da ein freies Stück Fläche (ca. 2,50 x 0,80 m) im Gemüsebeet. Dann platzieren Sie die vier Bodeneinschlaghülsen genau so, dass sie etwa 5 cm weniger Abstand voneinander haben als die zwei längsten Kanthölzer lang sind. So entsteht am Ende nämlich ein Rand, der für weiteren Schutz der Tomaten sorgt.

Achtung: Die Hülsen sollten unbedingt gerade sein. Im Zweifel mit einer Wasserwage nachprüfen!

2. Schritt: Grundpfeiler montieren

Tomatenhaus einfach selber bauen

Im zweiten Step benötigen wir die zwei Meter langen Kanthölzer als Standpfosten. Diese vier Pfosten schrauben Sie in den Bodeneinschlaghülsen gut fest. Achten Sie darauf, dass nichts wackelt! Sie sollten generell sehr sorgfältig arbeiten, damit Ihr DIY-Tomatenhaus am Ende nicht schief im Garten hängt.

3. Schritt: Standpfosten anschrägen

Ein stabiles Tomatendach mit Holz selber bauen

Jetzt kommt die Säge zum Einsatz! Wir schrägen die Pfosten nämlich nun leicht an. Dadurch gewährleisten Sie den korrekten Ablauf des Regenwassers vom Dach des Tomatenhauses. Ideal ist übrigens eine Dachneigung von 15 bis 30 Grad. Entscheiden Sie sich dabei für eine Seite, die beim Haus am Ende nach vorne zeigt. Hier bleiben die Pfosten länger als hinten. Ebenfalls mit der Säge wird von den beiden hinteren Pfeilern also mehr abgesägt.

Achtung: Behalten Sie dennoch den gleichen Neigungswinkel bei! Mit einem Stift können Sie diesen auf den Pfosten markieren.

4. Schritt: Zwischenleisten anbringen

Ein stabiles Tomatendach selber bauen

Bringen Sie jetzt die 80 cm langen Zwischenleisten an, indem Sie von ganz unten 65 cm nach oben abmessen und hier eine Markierung setzen. Wiederholen Sie diesen Schritt von der jeweiligen Markierung! Mithilfe der Winkelverbinder werden die vier Kanthölzer nun an diesen Stellen zwischen den Pfosten befestigt.

Extra-Tipp: Wer ein Tomatenhaus mit drei geschlossenen Seiten bauen will, sollte auf gleicher Höhe zwei zusätzliche Zwischenleisten (9 x 9 x 250 cm leicht gekürzt) auf der Rückseite anbringen. Auch hierzu wieder Winkelverbinder nutzen!

5. Schritt: Obere Zwischenleisten fixieren

Tomatenhaus bauen DIY-Bauanleitung

Die beiden Kanthölzer mit 85 cm Länge bringen Sie ebenfalls an den Pfeilern an. Allerdings diesmal nicht dazwischen, sondern außen. Wichtig: Diese Zwischenleisten orientieren sich an der Dachneigung und fallen deshalb leicht schräg nach hinten ab. Bringen Sie die Kanthölzer ebenfalls mit Winkelverbindern an.

6. Schritt: Dachgerüst des Tomatenhauses vervollständigen

Tomatenhaus selber bauen einfache Anleitung

Schnappen Sie sich nun die beiden Kanthölzer mit 2,5 Meter Länge und legen Sie diese ganz oben auf die beiden schrägen Zwischenleisten. Mit langen Schrauben, die direkt ins Holz gebohrt werden, lassen sich die Kanthölzer super stabilisieren – Winkelverbinder sind hier nicht notwendig. Es macht übrigens auch nichts, wenn die Leisten jetzt etwas überstehen. So entsteht ein sehr stabiles Grundgerüst für Ihr Tomatenhaus!

7. Schritt: PVC-Platten zuschneiden und festschrauben

Tomatendach selber bauen für den Garten

Mit dem Winkelschleifer schneiden Sie nun die PVC-Platten zu. Idealerweise sollten diese an den Seiten später fünf Zentimeter über das Holzgerüst überstehen. Das sorgt dafür, dass kein Regen an Ihre Tomaten kommt. Gleichzeitig sind mindestens zwei Seiten des Tomatenhauses mit den PVC-Platten zu verkleiden – und zwar die, die der starken Mittagssonne ausgesetzt sind, näher zur Straße liegen oder von Wind und Wetter besonders stark betroffen sind. Befestigen Sie die Platten mit Schrauben – und fertig ist Ihr selbstgebautes, stabiles Tomatenhaus! 

Extra-Tipp: Wer mag, kann nun auch noch eine Regenrinne am Tomatenhaus befestigen!

6 Tipps: So bauen Sie die Tomaten im Tomatenhaus am besten an

Ihr DIY-Tomatenhaus ist fertig und Sie freuen sich schon auf die erste Ernte? Dann sollten Sie sich jetzt ganz den Pflanzen und ihrer Pflege widmen. Wir haben Ihnen dazu die 6 besten Tipps zusammengetragen:

  • Stabilisieren Sie die Pflanzen: Gerade bei jungen Trieben und bestimmten Sorten ist es durchaus sinnvoll, die Tomaten an einem Stab festzubinden. Dadurch wachsen die einzelnen Pflanzen gerade nach oben und bekommen zudem ausreichend Stabilität.
  • Denken Sie ans Ausgeizen: Hierbei knipsen Sie die Nebentriebe, welche in den sogenannten Blattachseln wachsen, ganz einfach mit den Fingern aus. Ideal, um das gleichmäßige Wachstum der Tomatenpflanzen zu fördern.
  • Entfernen Sie die Blüten: Um das Ausreifen der Tomaten nicht zu unterbinden, sollten alle Blüten entfernt werden. Diese bilden sich meist ab etwa Ende August.
  • Düngen Sie den Boden: Für ein optimales Gedeihen sollte der Boden möglichst reich an Nährstoffen sein. Ein lehmhaltiger Boden ist zum Beispiel perfekt! Auch ein ausgeglichener pH-Wert ist wichtig und fördert das Wachstum. Düngen können Sie idealerweise mit Pferdemist oder Kompost.
  • Geben Sie die richtige Menge Wasser: Nicht nur Sonne und Dünger sind für ein gesundes Wachstum der Tomaten wichtig, sondern auch ausreichend viel Wasser. Achten Sie allerdings darauf, dass sich keine Staunässe bildet. Das mögen Tomatenpflanzen nämlich gar nicht!
  • Pflanzen Sie Mischkulturen: Auch im Tomatenhaus bietet es sich durchaus an, verschiedene Gemüsesorten zusammen anzubauen. Dadurch wachsen die einzelnen Pflanzen besser und sie werden teils sogar vor Schädlingen geschützt. Gute Nachbarn für Tomaten sind beispielsweise Erdbeeren, Petersilie, Salat, Bohnen, Knoblauch, Zucchini, Kohl, Minze oder Spinat.

Tomatenhaus kaufen statt bauen: Das müssen Sie beachten

Wer weniger handwerkliches Geschick mitbringt, kann natürlich auch einfach ein fertiges Tomatenhaus kaufen. Falls Sie sich für diese Variante entscheiden, raten wir Ihnen auf jeden Fall, die verschiedenen Materialien und Größen zu beachten.

Besonders günstig und flexibel ist zum Beispiel ein Foliengewächshaus. Dies besteht aus einer wasserfesten Folie, welche einfach über eine Konstruktion aus Metall gezogen wird. Im Vergleich zu konventionellen Gewächshäusern aus Holz oder Glas wird hierfür zudem kein Fundament gebraucht.

Tipp: Damit Ihre Tomatenpflanzen im Gewächshaus prächtig gedeihen, ist ein Lüftungsfenster Pflicht!

Wussten Sie außerdem, dass die einzelnen Tomatenpflanzen beim Anbau etwa einen halben Meter Abstand zueinander benötigen? Dementsprechend groß sollte also auch das jeweilige Tomatenhaus sein. Zudem wachsen die einzelnen Pflanzen in die Höhe, sodass Tomatenhäuser mindestens 2 Meter hoch sein sollten, um ausreichend Platz zu bieten.


Lese-Tipps: Ihr Tomatenhaus ist fertig gebaut, aber Sie suchen noch nach weiteren Tipps für die Gartengestaltung? Dann entdecken Sie doch auch unsere Artikel zum Schrebergarten gestalten, Blumenwiese anlegen oder Rasen vertikutieren!