Welche Matratze hilft bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden. Zu den Ursachen gehören neben dem falschen Sitzen in einer modernen Arbeitswelt und natürlichem Verschleiß, vermehrt auch die falsche Matratze. Oftmals wird die Wirkung einer passenden Matratze unterschätzt, sodass sie Rückenschmerzen verursachen oder verschlimmern kann. Wir verraten Ihnen, was Sie bei Rückenschmerzen wissen sollten und wie sie die perfekte Matratze finden.

Was führt zu Rückenschmerzen? 

Wie entstehen Rückenschmerzen

Wir verbinden Rückenschmerzen meist mit Altersbeschwerden. Doch stimmt dies längst nicht mehr. In unserer modernen Gesellschaft sind die meisten Fälle von Rückenschmerzen auf eine falsche Körperhaltung und eine übermäßige Belastung des Rückens zurückzuführen, z.B. durch langes Sitzen. So können schon Schulkinder an Beschwerden leiden. Sogar Bandscheibenvorfälle werden bei jungen Erwachsen immer häufiger.

Vor allem stundenlanges Sitzen vor dem PC oder eine einseitige Belastung durch sich wiederholende Bewegungsabläufe im Beruf führen immer häufiger zu Rückenbeschwerden. In fast allen Fällen hilft dann Bewegung, welche die Rückenmuskulatur stärkt und die Körperhaltung ausgleicht. Ebenso kann ein erhöhtes Körpergewicht zu Rückenschmerzen führen. Auch hier muss mit Bewegung die Muskulatur gestärkt. Gleichzeitig spielen Matratzen eine wichtige Rolle.

In nicht wenigen Fällen führt die Liegeposition im Schlaf sowie die falsche Wahl bei Matratze und Kissen zu Rückenproblemen oder verstärkt diese. Selbst wenn Sie ausreichend Bewegung in Ihren Alltag integrieren, kann die Ursache für orthopädische Schmerzen und Verspannungen in der Nacht liegen. Oftmals ist das Zusammenspiel von Schlafposition, Matratze und einer problematischen Körperhaltung im Alltag der Auslöser für Beschwerden.


Wie kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?

Da Rückenschmerzen häufig von mehr als einem Faktor abhängig sein können, lohnt es sich frühzeitig vorzubeugen, um Probleme im Alter zu vermeiden. Bewegungsmangel, eine problematische Körperhaltung und übermäßige Belastung am Arbeitsplatz können Sie mit ausgleichenden Übungen entgegenwirken. Indem Sie Ihre Rückenmuskulatur und Rückenmobilität fördern, beugen Sie Rückenschmerzen oder vermindern diese.

Um Rückenbeschwerden vorzubeugen, die aufgrund der Schlafposition entstehen, gilt es die richtige Matratze zu finden. Auch dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, auf welche Sie achten sollten.

Schlafposition

Sind Sie Bauchschläfer, Seitenschläfer oder Rückenschläfer? Je nachdem in welcher Position Sie die meiste Zeit der Nacht verbringen sollten Sie auch entsprechend die richtige Matratze wählen. Als Bauchschläfer brauchen Sie eine härtere Matratze, welche sie stützt und eine Überstreckung des Nackens vorbeugt. Wer auf der Seite schläft, benötigt hingegen eine Matratze, welche es zulässt, dass Hüfte und Schultern einsinken können.  

Lesetipp: Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Matratzentypen bieten, können Sie mit unserem Matratzenratgeber herausfinden.

Härtegrad

Wie hart Ihre Matratze sein sollte, hängt zunächst von Ihrem Gewicht ab. Hier gilt: Umso schwerer Sie sind, desto härter darf die Matratze sein. Darüber hinaus spielt auch das Alter eine Rolle. Senioren und Kinder haben eine weniger ausgeprägte Muskulatur, weshalb sie tendenziell etwas weicher liegen sollten. 

HärtegradKörpergewichtLiegekomfort
H1< 60 kgsehr weich
H260 bis 80 kgweich
H380 bis 100 kgweich bis fest
H4> 100 kg fest
H5> 130 kgsehr fest

Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Matratze unbedingt auf passende Härtegrade. Diesen können Sie leicht ermitteln. Was genau der Härtegrad bei Matratzen ist und wie Sie ihn bestimmen, erfahren Sie in unserem Artikel.


Welche Matratze hilft bei Rückenschmerzen 

Orthopädische Beschwerden häufen sich, können jedoch mit wenigen Veränderungen im Alltag gelindert oder sogar beseitigt werden. Neben täglicher Bewegung und gezielten Rückenübungen zur Stärkung der Muskulatur, können Sie auch beim Schlafen Ihren Rücken schonen. 

Memory Foam wird vor allem für Seitenschläfer empfohlen. Das Material ist auch als Viscoschaum bekannt und passt sich durch die Körpertemperatur der Köperform an. Dadurch bekommt der Schaum wunderbare Eigenschaften zur Druckentlastung. Da auf der Seite vor allem Schulter und Hüfte belasten werden, wird hier das Gewicht gleichmäßig verteilt, ohne Druckpunkte entstehen zu lassen. Dies lindert zudem Gelenk- sowie Nackenschmerzen. Memory Schaum erinnert sich – wie der Name bereits verrät – an die Körperform und springt nicht in seine Ursprungsform zurück. Durch das leichte Einsinken werden zudem Bewegungen reduziert und ein ruhiger Schlaf gefördert. 

Die Kaltschaummatratze eignet sich ideal für Menschen, die unter Arthritis leiden und einen unruhigen Schlaf haben. Durch ihre Anpassungsfähigkeit ist sie für alle Schlafpositionen geeignet und bei orthopädischen Problemen zu empfehlen. Die flächenelastische Oberfläche der Schaumstoffmatratze sowie ein Kern mit hoher Stützkraft sorgen für eine gute Entlastung an den richtigen Stellen.

Gelschaummatratzen sind vergleichsweise neu auf dem Markt. Sie sind eine Kombination aus Visco- und Kaltschaum und bringen eine punktgenaue Anpassungsfähigkeit sowie ein schwerelose Liegegefühl mit. Sie bilden jedoch keine Liegekuhle, wie es bei Viscoschaum der Fall ist. Dadurch gewinnen Sie im Schlaf Bewegungsfreiheit.

Klassische Federkernmatratzen mit Stahlfedern sind nur bedingt Rückenleiden zu empfehlen. Sie haben eine vergleichsweise geringere Punktelastizität und sollten unbedingt in verschiedene Liegezonen unterteilt sein. Diese gewährleisten eine Entlastung der unterschiedlich schweren Körperzonen. 

Zonenmatratzen gibt es als Taschenfederkern-Modelle, aber auch als Viscoschaum-Varianten. Wie bereits erwähnt sind diese Zonen besonders anpassungsfähig und entlastend bei Rückenschmerzen.

In speziellen Fällen von wie einem Bandscheibenvorfall oder Arthritis, benötigt der Rücken besonderen Halt und Unterstützung. Gut geeignet sind Kaltschaummatratzen bei der Entlastung der Bandscheiben und Gelenke. 


5 Tipps: So finden Sie die richtige Matratze bei Rückenschmerzen

Egal ob Sie Rückenschmerzen vorbeugen, lindern oder entgegenwirken wollen, beim Kauf Ihrer neuen Matratze gilt es verschiedene Punkte zu beachten.

So finden Sie die richtige Matratze:

  1. Die Wirbelsäule darf im Schlaf weder durchhängen noch in ein Hohlkreuz verfallen. Die natürliche Doppel-S-Form sollte unterstützt werden.
  2. Schultern und Hüfte bilden die schwersten Punkte und sollten daher leicht einsinken. Dies gilt sowohl bei Seiten- als auch Rückenschläfern.
  3. Achten Sie auf den passenden Härtegrad zu Ihrem Körpergewicht.
  4. Ihre Liege- bzw. Schlafposition bestimmt maßgeblich Ihre Matratzenwahl. Wählen Sie je nach individueller Schlafhaltung Ihren Matratzentyp.
  5. Greifen Sie auf Matratzen aus Memory Schaum und/oder mit Liegezonen zurück. Sie geben dort nach, wo der Körper einsinken darf und Stabilität braucht. 

Welchen Einfluss hat ein Lattenrost bei Rückenbeschwerden?

Neben der richtigen Unterlage trägt das richtige Lattenrost zum Schlafkomfort bei und kann Rückenschmerzen mindern und präventiv vorbeugen. Das falsche Lattenrost hingegen kann auch der Ursprung von Rückenschmerzen sein oder bestehende Beschwerden verschlimmern.

Grundsätzlich gilt, dass ein Lattenrost flexibel sein und sich am besten individuell justieren lassen sollte. Der Härtegrad lässt sich dabei bei vielen hochwertigen Modellen über einen Schieberegler einstellen. Dabei wird das Lattenrost umso weicher, je weiter die Regler nach Innen geschoben werden.

Generell empfiehlt es sich Lattenrost sowie Matratze an Ihre Bedürfnisse, ihr Gewicht, Alter und die Liegeposition anzupassen. Nutzen Sie bei Unsicherheiten gern eine professionelle Beratung.


Rundum Komfort: Passende Kissen bei Rücken- und Nackenbeschwerden