Kalkfarben als Trend für die Wände

Wer sich aktuell mit Renovierungsmaßnahmen beschäftigt, wird sicherlich über Kalkfarbe stolpern. Denn die Wiederentdeckung im Farbregal findet immer mehr Anhänger. Doch was ist Kalkfarbe eigentlich? Und ist der Hype rund um die Wandfarbe berechtigt? Wir beleuchten alle Vor- und Nachteile und klären, wann und wo Kalkfarben wirklich Sinn machen. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist Kalkfarbe eigentlich?

Bei Kalkfarbe handelt es sich um eine rein mineralische Farbe. Sie besteht aus gelöschtem Kalk (auch Sumpfkalk genannt) und Wasser. Als Wandfarbe hat sie eine lange Tradition und wurde bereits eingesetzt, bevor die handelsübliche Dispersionsfarbe überhaupt erfunden wurde. Früher wurden damit Häuser geweißelt und somit vor Wind und Wetter geschützt. Nun feiert die Kalkfarbe ein Comeback auch in Innenräumen.


Welchen Unterschied gibt es zur Dispersionsfarbe?

Bei der Kalkfarbe handelt es sich um eine rein mineralische Naturfarbe. Sie enthält im Gegensatz zur Dispersionsfarbe keine organischen Lösungsmittel, Weichmacher, Konservierungsstoffe oder Biozide. Sie ist somit deutlich umweltfreundlicher und zugleich gesünder für das Raumklima.


Kann man Kalkfarbe auch selber machen?

Wandfarben aus Kalkputz kann man auch selbst herstellen. Dafür verwenden Sie Weißkalkhydrat oder Weißfeinkalk. Mischen Sie dieses Grundmaterial mit Wasser in einem Verhältnis von 5:6. Die Farbe ist nun weiß und sollte relativ flüssig sein. Für einen bestimmten Farbton müssen Sie nun Pigmente beifügen. Das Gemisch muss schließlich einen Tag ruhen und kann dann als Kalkfarbe zum Streichen verwendet werden.

Welche Vorteile haben Kalkfarben?

Die natürlichen Wandfarben haben jede Menge Vorteile. Von diesen Eigenschaften des Kalkanstrichs werden Sie profitieren:

  1. Dank eines alkalischen PH-Wertes wirkt er gegen Schimmel und Bakterien.
  2. Die mineralischen Farben sind diffusionsoffen und somit atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend.
  3. Kalkfarben sind umweltfreundlicher als andere Farben. Da sie nur aus natürlichen Pigmenten bestehen, sind sie nachhaltig und ökologisch abbaubar.
  4. Die Trendfarben kommen ohne Biozide und Konservierungsstoffe – das ist besser für Ihre Gesundheit.
  5. Kalkfarbe ist langlebig und zugleich natürlich in der Optik. Das gibt Ihren Wänden einen besonderen Charme.
  6. Sie können die Naturfarben beliebig oft und ganz einfach überstreichen.

Welche Nachteile haben Kalkfarben?

Doch natürlich gibt es auch Gründe, die eher für die klassische Dispersionsfarbe sprechen. Dazu gehören:

  1. Die Kalkfarben haben eine geringe Deckkraft, sodass meist mehrere Anstriche nötig sind.
  2. Die flüssige Beschaffenheit sorgt dafür, dass das Ergebnis selten gleichmäßig wirkt.
  3. Fertige Kalkfarben können ziemlich teuer sein. Günstiger ist es, die Wandfarbe selbst herzustellen.
  4. Die Naturfarbe ist schwierig mit anderen Farben zu überstreichen und zu entfernen.
  5. Kalkfarbe ist anfällig für Temperaturschwankungen – beim Streichen sollte es weder zu heiß noch zu kalt sein.
  6. Auf einigen Untergründen wie Holz haftet die Farbe nicht.
  7. Sumpfkalk kann ätzend wirken – Vorsicht also bei der Verarbeitung, schützen Sie Augen und Atemwege!

Was muss man zum Streichen mit Kalkfarbe wissen?

Wenn für Sie die Vorteile überwiegen, dann können Sie sich schon bald über Wände mit Naturfarbe freuen. Wir verraten Ihnen, wie’s geht!


Tipps: Wie streicht man Kalkfarbe?

Im Grunde gelingt das Streichen mit den Naturfarben ganz einfach. Ein paar Punkte sollten Sie dennoch beachten, um ein schönes Ergebnis zu erhalten. Die verraten wir Ihnen natürlich in einer kurzen Anleitung!

  1. Untergrund checken

    Im Zweifel sollten Sie die Untergründe mit einem dieser empfohlenen Putze vorbereiten: Kalk- oder Zementputz. Stein und Holz sind nicht als Traggrund geeignet.

  2. Farbe vorbereiten

    Kalkfarbe wird vor dem Auftragen mit Wasser verdünnt. Wenn der Anstrich deckend sein soll, benötigen Sie darum mehrere Aufträge. Wie viel Farbe Sie also insgesamt benötigen, hängt nicht nur von der Fläche Ihrer Wand ab, sondern auch von der Anzahl an Anstrichen.

  3. Zubehör organisieren

    Nutzen Sie am besten einen Quast oder eine spezielle Bürste, da die Farbe ziemlich flüssig ist.

  4. Untergrund befeuchten

    Das Auftragen ist einfacher, wenn der Untergrund feucht ist. Sie können die Wand darum zunächst mit einer Sprühflasche ordentlich befeuchten.

  5. Kalkfarbe streichen

    Rühren Sie die Farbe nochmal gut um, bevor Sie die erste Schicht auftragen. Verwenden Sie die Bürste, um alles gut einzuarbeiten.

  6. Weitere Schichten auftragen

    Lassen Sie die Schicht trocknen. Dann können Sie die nächsten Anstriche vornehmen – die Anzahl hängt von der gewünschten Deckkraft ab.


Kann man Kalkfarben überstreichen?

Sofern Sie weiterhin auf eine Kalkfarbe setzen möchten, kann der ursprüngliche Kalkputz problemlos übergestrichen werden. Auch andere mineralische Farben sind kein Problem. Ansonsten wird es schwierig: Diese lösen sich auf Kalk ab. In dem Fall müssen Sie zunächst die Farbschicht entfernen.


Wie lassen sich Kalkfarben entfernen?

Das Entfernen von Kalkputz kann zu einem echten Kraftakt werden. Je hochwertiger die verwendeten Produkte, desto schwieriger lässt es sich entfernen. Folgende Tools können dabei helfen:

  • Drahtbürste und Spülmittel
  • Spachtel
  • Schleifgerät
  • Hochdruckreiniger

Auch beim Entfernen gilt: Der entstandene Staub kann Atemwege und Schleimhäute reizen, wir empfehlen daher das Tragen von Schutzbrillen und -Kleidung.

Wie teuer ist die natürliche Wandfarbe?

Die Preise variieren je nach Hersteller und können zwischen 10 – 50 Euro je Liter betragen. Tatsächlich gilt: Je intensiver die Farbe, desto teurer. Kalkfarben gibt es mittlerweile bei vielen Fachhändlern und Baumärkten. Auch die Auswahl an unterschiedlichen Farbtönen nimmt weiter zu.

Fazit: Wann eignet sich Kalkfarbe zum Streichen?

Zurück zu der Frage: Was ist Kalkfarbe? Unsere Antwort: Eine gesunde, natürliche Alternative zu herkömmlichen Farben, die allerdings nicht ganz einfach zu verarbeiten ist. Sie wird häufig für Kellerräume o.ä. genutzt, was vor allem an dem unregelmäßigen und nicht deckenden Farbergebnis liegt. Wenn dieser Effekt nicht stört oder sogar gewollt ist, dann ist die Farbe aufgrund ihres positiven Einflusses auf das Raumklima bestens für alle Innenräume geeignet.


Wir hoffen, unsere Tipps zum Thema Kalkfarbe konnten Ihnen weiterhelfen! Für weitere Ideen empfehlen wir Ihnen unsere Artikel zu den schönsten Wandfarben. Und natürlich haben wir auch jede Menge Tipps zum Thema Zimmer streichen für Sie!